Thema: «Welche Welt für morgen?»

Die Komplexität gesellschaftlicher Fragestellungen nimmt weiter zu. Wer kann heute schon sagen, wie die soziale, politische, wirtschaftliche, Beschäftigungs-, Migrations- oder Mobilitätssituation von morgen aussehen wird, um nur einige Beispiele zu nennen?

 

Was sind die grössten Herausforderungen für Unternehmen in der Zukunft, wie kann man ihnen begegnen und wie kann man bereits heute die Elemente der Lösung und Reaktion umsetzen?

 

Die Welt verändert sich und diese Bewegung beschleunigt sich, sie wird exponentiell. Die Revolutionen sind im Gange. Und um adäquate Antworten zu geben, müssen wir die Herausforderungen, vor denen wir stehen, (wieder-) erkennen.

 

Die UNO hat deshalb ein «Programm für nachhaltige Entwicklung bis 2030» ins Leben gerufen. Die 17 Ziele streben an, alle Länder der Welt einzubeziehen, um den Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden. Dieser «Aktionsplan für die Menschheit, den Planeten und den Wohlstand» zielt neben der Bekämpfung des Klimawandels auf die Stärkung von Freiheit und Frieden und die Beseitigung von Armut ab.

 

Neben diesen Herausforderungen im Zusammenhang mit der nachhaltigen Entwicklung müssen auch andere grosse Herausforderungen berücksichtigt werden. Darunter die folgenden:

 

  • Die Migrationskrise. Die Folgen von Konflikten in der ganzen Welt erzeugen Migrationsbewegungen, wie sie die Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hat. Die Krise der Migranten aus Syrien hat gezeigt, wie schwierig es für die westlichen Länder war, politische, menschliche und gesellschaftliche Lösungen für diese Probleme zu finden, die auch echte Identitätskrisen bewältigt haben, die oft zu einem Anstieg des Nationalismus führten.
  • Ist das Prinzip der Demokratie überhaupt noch lebensfähig, während das Vertrauen in Eliten und Institutionen tendenziell abnimmt? Welchen Handlungsspielraum haben die Staaten im Rahmen multilateraler Abkommen und der Interdependenz zwischen den Ländern? Wie kann der demokratische Prozess sichergestellt werden, während die Information durch «Fake News» untergraben wird, während der Verdacht des Einflusses von Drittländern auf die Ergebnisse von nationalen Wahlen zunehmend zitiert wird?
  • Die Überalterung der westlichen Bevölkerung führt zu einer Reihe von Problemen bei der Finanzierung der Renten, der Gesundheitskosten und, ganz allgemein, dem Funktionieren der Gesellschaft. Wird der Anstieg dieser Kosten, die sich erhöhen werden, auch künftig noch finanzierbar sein? Und wenn ja, wer muss dafür bezahlen? Wird der jüngere Süden dem alternden Norden helfen und, wenn ja, was werden die Herausforderungen einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft sein?
  • Welche Auswirkungen wird die digitale Revolution auf den Arbeitsmarkt haben? Wird es notwendig sein, das gesamte Bildungssystem zu überprüfen, damit alle weiterhin Arbeit finden können? Werden Erwerbstätige zur Minderheit und, wenn ja, sollte ein universeller Mindestlohn eingeführt werden? Muss die Gesellschaft, wie wir sie kennen, in ihren Grundfesten überprüft werden?

Wenn wir diese grossen Herausforderungen in Frage stellen wollen, müssen wir uns auch fragen, welche Personen oder Organisationen in der Lage sind, sie zu beantworten. Sollte die Lösung eine kollektive Massnahme sein, die von grossen nationalen oder multinationalen Zielen wie den Zielen der UNO diktiert wird? Oder sollte es im Gegenteil grosse, charismatische Persönlichkeiten geben, die diese Herausforderungen annehmen und Menschen inspirieren können?