09.02.14 ASO besorgt über die Folgen des JA

 


Medienmitteilung

 

Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) ist tief besorgt über die Annahme der Volksinitiative «Gegen Masseneinwanderung» durch das Schweizer Stimmvolk am heutigen Sonntag. Dieses Ergebnis gefährdet das Personenfreizügigkeitsabkommen, ein Vertrag, der - bis dato - das Leben der Auslandschweizer, von denen mehr als die Hälfte in einem Land der Europäischen Union (EU) lebt, erheblich erleichtert.

 

Besorgt hat die ASO die Ergebnisse der heutigen Volksabstimmung über die Initiative «Gegen Massen­einwanderung» zur Kenntnis genommen. Die Annahme gefährdet die bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU und insbesondere das Personenfreizügigkeitsabkommen, welches die Ausland­schweizer, die in einem Land der EU leben oder sich dort niederlassen wollen, direkt betrifft. Hierzu ist anzumerken, dass die Auslandschweizer die Initiative abgelehnt haben. Dies zeigen die Ergebnisse der 9 Kantone, welche die Stimmen der Auslandschweizer separat aufführen (LU, VD, FR, BS, AI, SG, TG, AG, GE). Noch nicht bekannt sind die Resultate des Kantons Neuenburg.

 

Von den 732'000 Auslandschweizern leben fast 453'000 in einem EU-Land. Die Annahme der Initiative «Gegen Masseneinwanderung» könnte die Gleichbehandlung von Schweizer Bürgern und EU-Bürgern, welche derzeit die Norm ist, in Frage stellen. Heute profitieren die Auslandschweizer direkt von den Vorteilen der Personenfreizügigkeit, dank derer sie sich eine Arbeitsstelle in einem EU-Land suchen und sich dort niederlassen können oder beispielsweise ihre Abschlüsse automatisch anerkannt werden. Das Ausmass der Folgen des JA zur Initiative ist noch ungewiss, insbesondere aufgrund der «Guillotine­klausel». Die ASO befürchtet, dass die neuen Bestimmungen potentiell negative Auswirkungen auf die in der EU niedergelassenen Schweizer Bürger haben könnten.

 

In Anbetracht der Tatsache, dass die EU wichtigster Wirtschaftspartner unseres Landes ist, stellen die in diesen Ländern lebenden Landsleute eine grosse Chance für die Schweiz dar. Erlauben sie doch den Zugriff auf ein umfang­reiches Netzwerk aus Personen, die direkt in die Realität der EU integriert sind. Es sind überdies Personen, die unser politisches System aus erster Hand erklären und unsere Interessen vertei­digen können. Ihr Handlungsspielraum und ihre Bewegungsfreiheit könnten künftig eingeschränkt sein.

 

 

 

Die Auslandschweizer-Organisation setzt sich seit 1916 für Auslandschweizer ein.

 

Weitere Informationen

Auslandschweizer-Organisation (ASO)

Ariane Rustichelli

031 356 61 00

rustichelli@aso.ch; www.aso.ch