17.08.13 Die Auslandschweizer - ein Trumpf im Zeitalter der Globalisierung

 


Medienmitteilung

An diesem Wochenende haben sich Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Davos zu ihrem 91. Kongress getroffen. «Die Schweiz vs. die Globalisierung?» war diesmal das Thema des Kongresses. Die Plenarversammlung hat sich heute mit der Bedeutung und den Auswirkungen der Globalisierung für und auf die Schweiz befasst. Zur Eröffnung sprach Franz von Däniken, ehemaliger Staatssekretär und politischer Direktor des EDA. Danach stand die Globalisierung in drei Workshops zur Diskussion. Zahlreicher Bundesparlamentarier sowie Persönlichkeiten aus der Wissenschaft haben daran teilgenommen. Schliesslich wandte sich Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf im Namen der Landesregierung an die Kongressteilnehmer.

 

380 Schweizer aus der ganzen Welt kamen für drei Tage nach Davos, um am 91. Auslandschweizer-Kongress teilzunehmen. Dieser jährlich von der Auslandschweizer-Organisation (ASO) organisierte Anlass versteht sich als Diskussions- und Reflexionsplattform, wo aktuelle Themen, die unser Land betreffen, aus internationaler Perspektive betrachtet werden. 715 000 Schweizer leben ausserhalb unserer Landesgrenzen; 149 000 davon haben sich in ein Stimmregister eingetragen, damit sie ihre politischen Rechte in der Schweiz ausüben
können. Dieses Jahr standen die Globalisierung und ihre Folgen für unser Land im Mittelpunkt der Gespräche.
In seiner Begrüssungsrede war der Präsident der ASO, der ehemalige Genfer Nationalrat Jacques-Simon Eggly, darauf bedacht, an die Diskussionen vom Vortag im Auslandschweizerrat anzuknüpfen. «Die Schweiz hat die aussergewöhnliche Chance, auf ein Netzwerk aus 715 000 im Ausland lebenden Mitbürgern zählen zu können», sagte Eggly. Damit halte die Schweiz einen Trumpf in der Hand, den sie noch besser einsetzen sollte. Erforderlich sei, dass die
internationale Mobilität der Schweizerinnen und Schweizer durch unsere Regierung unterstützt werde. «Hier», sagte Eggli, «steht ein Grundsatzentscheid an: ein Ja zum Auslandschweizergesetz. Die Verabschiedung dieses Gesetzes ist dringend notwendig, damit der Bundesrat die Grundlagen für eine globale Strategie gegenüber den Mitbürgern im Ausland hat.»

 

Die Schweiz – global, regional, lokal

Im Eröffnungsreferat ging Franz von Däniken auf die verschiedenen Aspekte der Globalisierung ein. Dabei wies er insbesondere auf grosse Spannung hin, die existiert zwischen dem Wunsch, seine nationale Identität zu erhalten, und der Realität des „global village“, wo die Informationen immer schneller zirkulieren. Von Däniken sagte, es sei für die Schweiz äusserst wichtig, auf
das Netzwerk von 715´000 Schweizer Bürgerinnen und Bürger im Ausland zurückgreifen zu können. Deshalb sei das geplante Auslandschweizergesetz eine Notwendigkeit und sicher kein Luxus. Denn, so sagte von Däniken: „Die Mitglieder der Auslandschweizergemeinschaft geben der Globalisierung ein Gesicht und sie sind gleichzeitig das Gesicht der Schweiz im Ausland.“

 

Drei Workshops: Die Globalisierung unter den Gesichtspunkten Wirtschaft, Migration und

Institutionen

Eines der wichtigsten Zeile des Kongresses ist es, den Auslandschweizerinnen und
Auslandschweizern im Inland Gehör zu verschaffen. Deshalb standen auf dem Programm auch drei Workshops, in denen das Thema Globalisierung aus verschiedenen Blickwinkeln ? Migration, Wirtschaft und Institutionen ? beleuchtet wurde. Teilgenommen haben persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft und natürlich auch Kongressteilnehmer. Auch
zahlreiche Bundesparlamentarier und –parlamentarierinnen stellen sich der Diskussion: Heinz Brand (SVP/GR), Roland Büchel (SVP/SG), Doris Fiala (FDP/ZH), Filippo Lombardi (CVP/TI), Tiana Angelina Moser (glp/ZH), Lukas Reimann (SVP/SG) und Carlo Sommaruga (SP/GE).

Zur Sprache kamen sowohl theoretischen wie praktischen Aspekte der Globalisierung und die

damit verbundenen Herausforderungen für die Schweiz. Besonderes Augenmerk wurde

auf den Standpunkt der im Ausland lebenden Landsleute gerichtet. Schliesslich erleben sie tagtäglich die Folgen der Globalisierung.

 

Rede der Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf

Die Bundesrätin wandte sich im Namen der Regierung an die Kongressteilnehmer. Sie

vertrat die Meinung, die Schweiz habe in der Globalisierung gute Karten in der Hand. Allerdings sei die Schweiz damit nicht alleine und unser Land müsse auf andere Nationen und die internationalen Regeln Rücksicht nehmen. Dies gelte natürlich auch für den Finanzplatz. Die Regierung setzte alles daran, hier für die Schweiz Qualität und Stabilität zu erhalten.

Bundesrätin Widmer-Schlumpf bezeichnete die Schweizer Bürgerinnen und Bürger im Ausland als Trumpf und als Botschafter für die Qualitäten der Schweiz. Schliesslich erklärte Widmer-Schlumpf, der Bundesrat werde alles daran setzen, dass bei den Wahlen 2015 die Auslandschweizer auf elektronischem Weg das Parlament wählen könnten. 

 

Globalisierung im Gesamtzusammenhang

Rudolf Wyder, Direktor der ASO, fasste die Gespräche des Tages zusammen und stellte die verschiedenen Aspekte in einen Gesamtzusammenhang. Er beleuchtete dabei auch die künftigen Herausforderungen für die Schweiz durch die Globalisierung und die Zunahme der internationalen Mobilität unserer Bürger. Er sage, die Globalisierung sei eine Tatsache, gegen die es nutzlos sei, sich aufzulehnen.
Auch er bezeichnete die Auslandschweizergemeinschaft als „den besten Trumpf, den die Schweiz in der Hand hält“, insbesondere wenn es darum gehen, für die komplexen Fragen des Multilateralismus Antworten zu finden. Für Rudolf Wyder, er führt die ASO seit 1987, war dies der letzte Auslandschweizer-Kongress in seiner derzeitigen Funktion. Er wird Ende Jahr in den Ruhestand treten. Jacques-Simon Eggly sagte, Rudolf Wyder habe mit seinem Einsatz in der ASO und für die Auslandschweizer Ausserordentliches geleistet.

 

 

Weitere Informationen

Auslandschweizer-Organisation (ASO)

Ariane Rustichelli - 078 703 56 96

rustichelli@aso.ch;
www.aso.ch