11.08.18 «Die Schweiz ohne Europa - Europa ohne die Schweiz»

 


«Das Kongressthema müsste eigentlich mit einem Fragezeichen verbunden sein. Dazu gäbe es eine kurze und schnelle Antwort: Nein. Beides geht nicht, weil die Schweiz so klar ein Teil Europas ist wie jedes andere europäische Land auch.» Mit diesen Worten stellte Remo Gysin, Präsident der Auslandschweizer-Organisation (ASO), das Thema des Kongresses vor und eröffnete die Plenarversammlung.

 

Die Schweiz ohne Europa?

Roberto Balzaretti, Staatssekretär und Direktor der Direktion für europäische Angelegenheiten (DEA), erläuterte die Position der Schweiz: «Um den Wohlstand der Schweiz zu gewährleisten, müssen die Beziehungen zu Europa langfristig gestärkt werden, bei gleichzeitiger Wahrung der Souveränität.» Er fügte an, dass eine Übereinkunft gefunden werden müsse, bei welcher beide Seiten Zugeständnisse machten. Man dürfe sich nicht verschliessen und zurückziehen, sondern müsse offen aufeinander zugehen, um Lösungen zu finden.

 

Europa ohne die Schweiz?

«Die Schweiz und Europa sind mehr denn je aufeinander angewiesen. Es wird Zeit, eine gemeinsame Vereinbarung zu erzielen, da ein stabiler Rahmen im Interesse aller ist.» So äusserte sich Michael Matthiessen, Botschafter der Europäischen Union für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. «Die EU ist der grösste Handelspartner der Schweiz, und wenn es Europa gut geht, profitiert auch die Schweiz davon», präzisierte er. 

 

Und was sind die Folgen für die Schweiz und ihre Bürger?

Am Nachmittag wurden im Rahmen eines Podiumsgesprächs von verschiedenen Rednern, insbesondere Lukas Reimann, Nationalrat und Präsident der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS), und Claude Nicati, Vorstandsmitglied der Neuen Europäischen Bewegung Schweiz (NEBS), sehr kontroverse Ansichten geäussert

 

Weiter haben am Kongress zwei junge Schweizer mit Auslanderfahrung ihre Erwartungen hinsichtlich der internationalen Mobilität zum Ausdruck gebracht, indem sie die Vorteile schilderten, welche mit dieser Erfahrung verbunden waren.

 

Die Direktorinnen der ASO, Ariane Rustichelli und Sarah Mastantuoni, erklärten abschliessend: «Das Thema der Beziehungen zwischen der Schweiz und Europa geht weit über eine rein europäische Frage hinaus. Sie besitzt eine globale Dimension, nicht nur aufgrund der sich daraus für die Schweiz ergebenden Konsequenzen, sondern auch aufgrund der innen- und aussen­politischen oder der wirtschaftlichen Auswirkungen.»

 

Der 97. Auslandschweizer-Kongress findet vom 16. bis am 18. August 2019 in Montreux statt und steht unter dem Motto: «Welche Welt für morgen».