14.08.15 Neuer Präsident für die Auslandschweizer-Organisation

 


Die Sitzung des Auslandschweizerrates (ASR) am heutigen Freitag in Genf war von der Wahl eines neuen Präsidenten für die Auslandschweizer-Organisation (ASO) geprägt. Remo Gysin, ehemaliger Nationalrat und derzeit Vizepräsident der ASO, löste Jacques-Simon Eggly ab, der die Geschicke der Organisation seit 2007 leitete.
Die restliche Sitzung stand im Zeichen der eidgenössischen Wahlen. So wurde eine Resolution für das E-Voting, ein wichtiges Instrument der Stimmabgabe für die Auslandschweizer, verabschiedet. Das Thema Bankbeziehungen und die Folgen des Ja zur Initiative gegen Masseneinwanderung standen ebenfalls im Mittelpunkt der Gesprächsrunde über die Wahlen.


«Die Auslandschweizer-Organisation ist eine fantastische Institution, und ich freue mich, die Interessen der Fünften Schweiz wahrzunehmen.» Mit diesen Worten wendete sich der neu gewählte Präsident der ASO an die 77 Delegierten des ASR, die heute nach Genf zur Sommersitzung dieses Organs gekommen waren.
Remo Gysin, ehemaliger Nationalrat (SP/BS) und ehemaliger Staatsrat, wird sein Amt offiziell nach dem Auslandschweizer-Kongress antreten, der heute Abend offiziell beginnt und bis Sonntag dauert. Er löst damit Jacques-Simon Eggly, ebenfalls ehemaliger Nationalrat (FDP/GE) ab, der das Mandat 2007 in Genf übernommen hatte.
Anhang: CV von Remo Gysin - CV von Jacques-Simon Eggly

 

Resolution zur elektronischen Stimmabgabe
Die Staatsschreiberin des Kantons Genf, Anja Wyden Guelpa, betonte die Wichtigkeit der elektronischen Stimmabgabe für alle, auch für die Auslandschweizer, um am demokratischen Leben der Schweiz teilzunehmen. Der Kanton Genf gehört zusammen mit Neuenburg und Zürich zu den drei Vorreitern auf diesem Gebiet, denn die im Ausland wohnhaften Genfer können diese Abstimmungsmöglichkeit seit knapp zehn Jahren nutzen.
Die Mehrheit der Delegierten hat einer Resolution zugestimmt, mit der eine rasche Einführung der elektronischen Stimmabgabe für alle Mitglieder der Fünften Schweiz bis zu den eidgenössischen Wahlen 2019 gefordert wird. Diese Forderung ist einer der acht Punkte des Wahlmanifests 2015–2019 der ASO, das sich an die Kandidaten der eidgenössischen Wahlen richtet. Ermöglicht ein Kanton seinen ausgewanderten Bürgern die elektronische Stimmabgabe, machen laut Studien 50 bis 60 Prozent von ihnen bereits beim ersten Mal davon Gebrauch. Nicht zu vergessen ist, dass die Wahlunterlagen derzeit häufig zu spät oder in der falschen Sprache zugestellt werden. Schliesslich haben die Delegierten die ständige Infragestellung dieser Abstimmungsmöglichkeit in der Schweiz bedauert.
Zur Erinnerung: Bei den nächsten eidgenössischen Wahlen am 18. Oktober werden 4 Kantone ihren Stimmbürgern im Ausland die Möglichkeit bieten, über das Internet abzustimmen. Die ASO hatte bereits 2011 eine allgemeine Einführung des E-Voting für die Mitglieder unserer Diaspora bis zu den eidgenössischen Wahlen 2015 gefordert. Das E-Voting erleichtert ihnen die Ausübung ihrer politischen Rechte. Derzeit sind 142’000 Auslandschweizer – das entspricht der Anzahl der Stimmberechtigten der Kantone Tessin, Wallis oder auch Thurgau – in einem Stimmregister eingetragen, um ihre politischen Rechte ausüben zu können.

Anhang: Resolution E-Voting – Wahlmanifest 2015–2019


Politische Debatte zu den eidgenössischen Wahlen
Zwei Monate vor den eidgenössischen Wahlen nahmen Kandidaten der sieben wichtigsten im Bundeshaus vertretenen Parteien an der Debatte am Ende der Sitzung teil. E-Voting, die Probleme im Zusammenhang mit den Bankbeziehungen und die Folgen der Abstimmung vom 9. Februar 2014 waren die Gesprächsthemen.
In der Bankenfrage, die seit 2008 immer wieder diskutiert wird, wurde immer noch keine Lösung gefunden. Bezüglich der Folgen des Jas zur Masseneinwanderungsinitiative waren sich die Teilnehmer einig, dass der Dialog mit Europa aufrechterhalten werden muss, im Bewusstsein, dass 450'000 Schweizer in EU-Ländern leben. «Die Wahrung der Bilateralen hat oberste Priorität», sagte Nationalrätin Adèle Thorens Goumaz (Die Grünen, Waadt).

Anhang: Debatte zu den eidgenössischen Wahlen (Teilnehmer und Link zu den Videos)

 

Es sei darauf hingewiesen, dass die ASO im Rahmen der eidgenössischen Wahlen 2015 eine Informationsplattform aufgeschaltet hat, auf der sich neben allen Themen im Zusammenhang mit der Fünften Schweiz auch zahlreiche Informationen für und über die Auslandschweizer finden: www.2015elections.ch.


Auslandschweizer-Organisation
Anne-Catherine Clément – Medienbeauftragte
Tel. +41 (0)79 443 67 30 – clement@aso.ch

 

Die von unseren Bundesbehörden als offizielle Sprachrohre der Auslandschweizer anerkannten 140 Delegierten des Auslandschweizerrates treffen sich zweimal jährlich, um Belange in direktem Zusammenhang mit der Fünften Schweiz zu erörtern und so bestmöglich die Interessen der 746’000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zu vertreten.

 

Die ASO stellt Journalisten Fotos lizenzfrei auf ihrer Website zur Verfügung: https://www.aso.ch/de/Informationen/Medien