17.08.19 «Welche Welt für morgen?»

 


400 Schweizerinnen und Schweizer aus der ganzen Welt trafen sich dieses Wochenende anlässlich des 97. Auslandschweizer-Kongresses in Montreux. Im Rahmen des Themas «Welche Welt für morgen?» wurde an der Tagung über die grossen Herausforderungen der zukünftigen Gesellschaft sowie darüber diskutiert, wie wir mit ihnen umgehen und – bereits heute – Lösungen und Antworten finden können. Der Vormittag stand ganz im Zeichen des Wahljahres sowie der Erwartungen der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer gegenüber den Politikerinnen und Politikern.

 

Vormittag im Zeichen der Politik

Nach der Eröffnungsrede von Remo Gysin, Präsident der Auslandschweizer-Organisation (ASO), haben wichtige Persönlichkeiten aus sieben der im Bundeshaus vertretenen politischen Parteien das Wort ergriffen und später im Rahmen einer Diskussionsrunde ihre Standpunkte dargelegt. Die Diskussionen drehten sich selbstverständlich unter anderem auch um die elektronische Stimmabgabe, die Beziehungen der Schweiz zur EU sowie die Bankenproblematik.

 

Welche Welt für morgen?

Am Nachmittag ergriff Bundesrat Ignazio Cassis im Namen der Regierung das Wort und unterstrich dabei: «Seit 1916 engagiert sich die ASO für die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer und der von ihr organisierte Auslandschweizer-Kongress ist bekannt für ihre ausgeprägte Themenwahl (...) Der Blick auf die Welt von morgen ist heute wichtiger denn je angesichts der Situation.» Er hat ebenfalls das Engagement der Schweiz für die Zukunft aufgezeigt. Die Ziele im Bereich nachhaltige Entwicklung der UNO wurden danach von Francesco Pisano, Leiter der Bibliothek der Vereinten Nationen, dargelegt.

 

Die Auswirkungen des Klimawandels - ein Thema, das momentan mit grosser Besorgnis verfolgt wird -, wurden durch Martine Rebetez, Professorin der Universität Neuenburg, ausführlich behandelt. Die Klimatologin warnte davor, dass «der Temperaturanstieg, den wir heute erzeugen, sich über Jahrtausende auf den Meeresspiegel auswirken wird. Allein für dieses Jahrhundert deuten die neuesten Prognosen auf ein Ansteigen um einen Meter hin.»


Die Entwicklung im Tourismus, die Auswirkungen des wissenschaftlichen Fortschritts auf die Menschen, die Demokratie von morgen und die Frage der mangelnden Attraktivität der politischen Parteien für die junge Generation standen ebenfalls im Zentrum der Diskussionen. Als Highlight der Tagung haben Vertreter des privaten und öffentlichen Sektors im Rahmen einer Diskussionsrunde über eine entscheidende Frage gesprochen: Wie sieht die Arbeitswelt von morgen aus?

 

Am Ende wies die Direktorin der ASO, Ariane Rustichelli, darauf hin, dass «auch wenn Unsicherheiten in Bezug auf die Welt bestehen, welche die nächste Generation erwartet, man dennoch bereits heute über Lösungen und Antworten nachdenken und diese umsetzen sollte. Die Welt verändert sich rasend schnell und wir sind bereits heute mit der Realität von morgen konfrontiert.»

 

Der 98. Auslandschweizer-Kongress findet vom 21. bis am 23. August 2020 in Lugano zum Thema «Herausforderungen für unsere Demokratie» statt.