Rückblick auf die eidgenössischen Wahlen

 

Die eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober 2019 waren von zwei Merkmalen gekennzeichnet: Die «grüne Welle» einerseits und die Feminisierung und leichte Verjüngung des Schweizer Parlaments andererseits.

 

Die Grünen gingen als die grossen Sieger aus diesen Wahlen hervor und wurden mit neu 28 Sitzen, was einer Zunahme von 5,9 Punkten auf 13 % entspricht, zur viertgrössten politischen Macht des Landes (hinter SVP, SP und FDP). Die Grünliberalen ihrerseits eroberten ebenfalls 9 zusätzliche Sitze und halten jetzt 16 insgesamt, was einer Zunahme von 3,3 Punkten entspricht.

 

Der Frauenanteil im Parlament stieg an (+30 %). Mit 84 von 200 Sitzen haben sie nun 42 % der Nationalratssitze inne. Die Forderungen der Frauen anlässlich des Frauenstreiks vom
20. Juni 2019 sind somit gehört worden.

 

Ein weiteres statistisches Element, das aus diesen Wahlen in die Geschichte eingehen wird: Das Durchschnittsalter der Parlamentarier war noch nie so tief, nämlich 49 Jahre! 2015 lag der Durchschnitt noch bei über 50 Jahren. Zu Beginn der kommenden Legislaturperiode ist das jüngste Parlamentsmitglied 25 Jahre, das älteste 72 Jahre alt.

 

Wie haben die Auslandschweizerinnen und -schweizer gewählt?

Das Wahlverhalten der Schweizerinnen und Schweizer im Ausland gab schon immer einen Hinweis auf Tendenzen. Dies war auch wieder bei den eidgenössischen Wahlen von diesem Oktober der Fall. Wie die Ergebnisse der zehn Kantone, deren Daten ausgewertet wurden, zeigen, wählten die Auslandschweizerinnen und -schweizer vor allem die Grünen und weniger die SVP.

 

Wahlverhalten der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

 

Starker Rückgang der Wahlbeteiligung

Nur gerade 45 % der Schweizerinnen und Schweizer gingen an die Urnen. Im Jahr 2015 waren es noch 48 % gewesen. In Bezug auf die Auslandschweizerinnen und -schweizer ging die Wahlbeteiligung in einigen Kantonen um knapp ein Drittel zurück, insbesondere in den Kantonen, die bisher ein e-Voting-System anboten, wie Genf, Waadt, Luzern oder auch Basel-Stadt. Für die ASO bestätigen diese beunruhigenden Zahlen einmal mehr die Bedeutung, die das e-Voting für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger im Ausland für die Ausübung ihrer politischen Rechte hat. Für weitere Informationen zu diesem Thema lesen Sie die ASO Pressemitteilung vom 21.10.2019.

 

Keine Auslandschweizerin und kein Auslandschweizer in den eidgenössischen Räten vertreten

71 Auslandschweizerinnen und -schweizer kandidierten für die 200 Sitze im Nationalrat. Im Gegensatz zu 2015 konnte leider keine Kandidatin und kein Kandidat einen Sitz unter der Bundeshauskuppel erobern. Hier ein Überblick über die Wahlergebnisse in Bezug auf die Wahlempfehlungen der ASO und die Mitglieder des Auslandschweizerrats:

 

Zweiter Wahlgang für den Ständerat

Die Bürgerinnen und Bürger der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Bern, Freiburg, Genf, Schwyz, Solothurn, Tessin und Zürich wurden aufgerufen, für einen zweiten Wahlgang nochmals an die Urnen zu gehen. Der zweite Wahlgang fand im November statt, da noch nicht alle Sitze im Ständerat besetzt werden konnten (kantonale Vertreterinnen oder Vertreter in der kleinen Kammer). Tatsache ist jedoch, dass die Auslandschweizerinnen und -schweizer dieser Kantone oft an den Wahlen nicht teilnehmen konnten, weil sie die Wahlunterlagen zu spät erhalten haben oder weil die Rücksendungen per Post aufgrund von Verzögerungen in den Postdiensten ihrer Wohnsitzländer verspätet in den Schweizer Wahlbüros eingetroffen sind.

 

Wahlempfehlung der ASO

Die ASO hatte Wahlempfehlungen zu den eidgenössischen Wahlen ausgegeben. Diese waren in zwei Teile unterteilt:

  • Einerseits empfahl die ASO, jeweils die drei Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sieben grössten Parteien gemäss Analyse von swissinfo zu wählen.
  • Und andererseits empfahl die ASO, diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten zu wählen, die an der Sitzung des Auslandschweizerrats (ASR) vom 16. August 2019 in Montreux teilgenommen hatten. Diese hatten sich die offizielle Unterstützung des ASR gesichert.

 

 

Die drei Spitzenkandidatinnen und -kandidaten pro Partei gemäss Analyse von swissinfo (nur für den Nationalrat)

Grün = wiedergewählt

SP Sommaruga Carlo, GE Gysi Barbara, SG Graf-Litscher Edith, TG
Grüne Rytz Regula, BE Graf Maya, BL Arslan Sibel, BS
GLP Moser Tiana Angelina, ZH Grossen Jürg, BE Bäumle Martin, ZH
BDP Siegenthaler Heinz, BE Quadranti Rosmarie, ZH Campell Duri, GR
CVP Schneider-Schneiter Elisabeth, BL Egger Thomas, VS Ammann Thomas, SG
FDP Wehrli Laurent, VD Moret Isabelle, VD Merlini Giovanni, TI
SVP Grüter Franz, LU von Siebenthal Erich, BE Büchel Roland Rino, SG

 

 

Die vom Auslandschweizerrat (ASR) unterstützten Kandidatinnen und Kandidaten

Die vom ASR empfohlenen Kandidatinnen und Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge:

 

Grün = wiedergewählt

Cornuz Christian, GE, wohnhaft in Frankreich
Definti Gian Franco, TI, wohnhaft in Italien
Lombardi Filippo, TI, Ständerat
Muheim Franz, ZH, wohnhaft in Grossbritannien
Schneider-Schneiter Elisabeth, BL, Nationalrätin
Sommaruga Carlo, GE, Nationalrat, Ständeratskandidat  
Thoos Raoul, FR, wohnhaft in den Niederlanden
Wehrli Laurent, VD, Nationalrat